Welt: „„Rose“ – Filmstart: Manchmal sind Frauen die besseren Männer und Väter“

Welt: „„Rose“ – Filmstart: Manchmal sind Frauen die besseren Männer und Väter“

so erscheint der Artikel in der Übersicht bei Google. Der Titel findet sich etwas dezenter über dem Titel

„ROSE“ – Der letzte Film, den Sie zur Gender-Frage sehen müssen

Im Dreißigjährigen Krieg verkleidet sich eine Frau als Mann. Nicht einmal ihre Ehefrau ahnt anfangs etwas von deren wahrer Identität. Mit verblüffender Unvoreingenommenheit stellt der Film „Rose“ die wichtigsten Fragen unserer Zeit.

Lesbenehen während des 30jährigen Krieges?

Schwarz-Weiß, Dreißigjähriger Krieg, Sandra Hüller, Cross-Dressing: Markus Schleinzers österreichisches Historien-Drama „Rose“ klingt vielleicht spröde und erwartbar. Doch der erste Eindruck täuscht. Denn die Geschichte über eine Frau, die es genauso gegeben haben könnte, sprüht vor originellen Einfällen, überraschenden Wendepunkten und philosophischen Gedanken.

Dann mal abwarten.

Zeitgeistige Aufreger-Thesen über die Gewalt des Patriarchats, die Unerheblichkeit des biologischen Geschlechts oder die Performativität von Gender drängen sich keineswegs mit dem moralischen Holzhammer in den Vordergrund. Sie werden elegant mit zeitlos großen Fragen nach Identität, Wahrheit und Freiheit verknüpft.

Nun erwartet man „Empfinden über Biologie“.

Spannender als das inzwischen fast inflationär durchgekaute Problem, was eine Frau von einem Mann unterscheidet, erscheint etwa die Erörterung der Legitimität einer Lüge, die allen nützt, sowie die einer Wahrheit, die allen schadet. Denn davon, dass sich Rose (Sandra Hüller) als männlicher Soldat und Erbe eines alten Hofes ausgibt, profitieren im Endeffekt alle: das Dorf, dem sie mit ihrer harten Arbeit zu Wohlstand verhilft, die Dorfbewohner, denen sie Arbeit verschafft und Lesen beibringt, sowie ihre Frau Suzanna (die faszinierende Newcomerin Caro Braun), der sie ein sorgloses Leben im Schutzraum der Ehe ermöglicht.

Es wird eine Superheldinnengeschichte mit Genderhintergrund. Dann wird es aber faktenfremd und surreal.

Eigentlich gefährdet Rose mit ihrer Täuschung niemanden, denn der eigentliche Erbe des Hofes ist im Krieg gefallen. Lange kommt niemand hinter ihr Doppelleben, nicht einmal ihre junge Gattin, deren Eheschließung ihr prompt zu noch mehr Ansehen im Dorfgefüge verhilft – aber auch neue Schwierigkeiten mit sich bringt. Anfangs entschuldigt Rose ihren Nicht-Vollzug der „ehelichen Pflicht“ noch mit der Reinheit Suzannas, die sie nicht gefährden wolle. Doch als Suzanna das Problem schließlich ihrem Vater meldet, droht dieser Rose damit, die Ehe aufzulösen, wenn Rose ihr Versprechen nicht bald ordnungsgemäß einlöse.

Zu einem Tip reicht es an dieser Stelle lange nicht. Genderthemen befreien sich sehr oft sehr weit von der Realität.

 

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