China-Expertin der Linkspartei verharmlost Repressionen gegen Uiguren im Bundestag
6. Februar 2015
Xinjiang. Peking verfolgt Uiguren
Seit mehr als 13 Jahren befinden wir uns im Kino. Der Film ist nicht lustig, er läuft in der Dauerschleife. Gerade ging es um den neu entdeckten Terroristen Turki al-Faisal, nun um die ebenso wie Kai aus der Kiste entsprungenen muslimischen Uiguren, die in den Glaubenskampf des Islamischen Staates ziehen. „IS“ würde Petra Gerster ihn nennen; denn mit dem Islam haben auch sie nichts zu tun.
Pékin traque les Ouïgours quittant le Xinjiang pour rejoindre Daech, schreibt Sébastien Falletti, der Shanghai-Korrespondent des Figaro. Peking verfolgt die Uiguren, die Xinjiang verlassen, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Wer sie finanziert? Unwichtig.
Es seien ungefähr 300, die aus der nordwestlichen Provinz Chinas auf komplizierten Wegen erst nach Südchina und von dort, ausgestattet mit falschen Reisepässen, über Kuala Lumpur oder Jakarta in die Türkei und von dort in die Kampfzone einreisten. Eine andere Reiseroute gehe von Sichuan über das Goldene Dreieck nach Burma, Laos, Thailand oder Vietnam.
Aber inzwischen seien zwei uigurische Kämpfer zu beklagen, die der Islamische Staat ihres Verrates wegen im Dezember liquidiert hätte, weil sie wieder nach Hause wollten. Ein weiterer sei bereits im September in Syrien verurteilt und hingerichtet worden. Der Kämpfer wollte in die Türkei, um dort seine Studien fortzusetzen.
Es steht da wirklich, im Figaro. Das Blatt hält seine Leser für blöde.
Der Grund des Heimwehs? Einsicht in die kriminelle Sache? Nein, sie betrachten sich als von den Arabern ihrer Herkunft wegen diskriminiert, wie ein kurdischer Sicherheitsbeamter der Global Times mitgeteilt hätte. Sie beklagten sich deshalb in Telefonaten bei den Familienmitgliedern zu Hause, berichtet ein mit ihrer Überwachung beauftragter chinesischer Sicherheitsbeamter. Nebenbei erfährt man so, daß die in Xinjiang verbliebenen Familien wissen, wohin ihre Söhne, Ehemänner und Freunde aufgebrochen sind.
Die Global Times ist eine englischsprachige chinesische Zeitung, was die Leser des Figaro aber nicht wissen müssen. Die uigurischen Kämpfer hätten es schwer, sich in die Armee es Kalifats zu integrieren. Das muß man sich vorstellen, da sie doch jahraus, jahrein beklagen, daß die Han-Chinesen sie diskriminieren. Sie müßten darin also geübt sein. Jedenfalls stellen sie es so dar, und die westlichen Medien nehmen es dankbar auf.
Die chinesischen Behörden stellten die 300 Kämpfer als eine wachsende Bedrohung der Sicherheit Chinas dar, zitiert der Korrespondent Li Fifan, einen Mitarbeiter der Shanghai Academy of Social Sciences (SASS), bei ihm kurz Académie sociale, aber man findet diese seit 1958 bestehende Institution trotzdem. Die Kämpfer bedienten sich auch der im Goldenen Dreieck operierenden Drogenbanden, um über die chinesische Grenze zu gehen.
Und nun kommt Nicholas Bequelin zu Wort, vorgestellt als einer der westlichen Experten, die das alles anders beurteilen. Der genannte Experte ist von Human Rights Watch, einer vorgeblichen Nicht-Regierungs-Organisation, von der inzwischen der letzte Lokalreporter in Europa weiß, daß sie von den USA organisiert und finanziert wird. Das China File der amerikanisch-asiatischen Asia Society: Preparing Asians and Americans for a Shared Future, weiß über den in Paris, an der EHESS, 2001, promovierten Historiker und China-Kenner:
Nicholas Bequelin is currently a Visiting Scholar at The China Center, Yale Law School, on leave from his post as Senior Researcher in the Asia division of Human Rights Watch, based in Hong Kong.
Nicholas Bequelin ist zur Zeit Gastprofessor am China Zentrum der Yale Law School, beurlaubt von seiner Stelle als Leiter der Forschungsgruppe in der in Hong Kong angesiedelten Asienabteilung von Human Rights Watch.



