Weltwoche Daily DE
und
Kommentar GB:
Es ist schon sehr auffällig, mit welcher Leichtfertigkeit der Frieden in Europa über das anfängliche Maß hinaus gefährdet wird – nämlich beginnend mit dem postputschistischen innerukrainischen Militäreinsatz gegenüber den sezessionistischen Oblasten im Donbass ab 2014, und sodann nach dem Beginn des militärischen Eingreifens Rußlands in diesen antisezessionistischen Bürgerkrieg des Kiewer Putschregimes.
Im Hintergrund stand die zeitlich weit vorgelagerte Planung der Rand Corporation und die faktische Ostbewegung der NATO durch Aufnahme von Anrainerstaaten Rußlands, auch die Sprengung der deutsch-russischen Nordstream-Pipeline, laut Hersh: durch die USA (Biden-Administration) bzw. die NATO und vermutlich wohl mit Kenntnis und Zustimmung von Polen und der Ukraine – und es wird nun anscheinend gemeint, ein schwerer außenpolitischer und militärischer Konflikt mit bzw. gegen Rußland sei den Interessen der EU dienlich, was offensichtlich völlig irrig ist. Das Gegenteil ist der Fall.
Dennoch gibt es einen bellizistischen Club in der EU, in dem anscheinend das United Kingdom – im Hintergrund wohl mit der City of London – den Vorsitz führt, ebenso wie in der NATO in Brüssel. Die Briten sind, soweit bekannt, bereits seit 2014 in der Ukraine verdeckt und offen aktiv, ebenso und mit ihnen die US-Amerikaner unter der Biden-Administration.
Es hat wohl keinen noch so schrägen „deal“ gegeben, der in diesem „failed state“ nach dem Maidan-Putsch von 2014 nicht möglich gewesen wäre, und so scheint es auch heute noch zu sein. Das sind natürlich fabelhafte Beitrittskandidaten in die EU, die schon vor 2014 beabsichtigt hat, sich die Ukraine mittels eines Assoziierungsabkommens – zu ihren Bedingungen wohlgemerkt – einzugliedern, was Poroschenko seinerzeit aber realpolitisch-nüchtern blockierte: und das wiederum war der Auslöser des US-Putschea auf dem Maidan in Kiew.
Das Problem heißt daher: Brüssel, heute mehr denn je.
Derzeit wird gezündelt, was das Zeug hält, und die Balten sind begeistert dabei.
Es muß sich doch irgendein Ding drehen lassen, nicht wahr, mit oder ohne Drohnen, das es ermöglicht, in Deutschland und ggf. auch anderswo endlich den militärischen Spannungsfall ausrufen zu können, um die außerordentlich lästigen demokratischen Wahlprozesse und Demonstrationen in Europa endlich zu beenden, und um die leider weder kriegsbereiten noch kriegswilligen Europäer endlich bellizistisch strammstehen und noch viel mehr zahlen zu lassen.
Auch die Profite der Rüstungsfirmen sind eben Profite („non olet“), also Gelder für die, die sie kassieren, und denen die Destruktion dafür komplett einerlei ist.
Der bösartige Charakter all dessen wird durch nichts so deutlich spür- und erkennbar wie durch die ebenso lautlose wie eiskalte Gleichgültigkeit gegenüber dem anhaltenden Sterben junger Männer auf beiden Seiten der osteuropäischen Front.
US-Präsident Donald Trump war m.W. bisher der einzige führende Politiker, der dieses Sterben kritisch aufgegriffen hat, verbunden mit dem Wunsch, den Krieg zu beenden. Aber es gibt, wie man sieht, bedauerlicherweise Kräfte, denen an einer Verlängerung des Krieges und des Sterbens gelegen ist.
Und sie sind das eigentliche Übel.

