Amnestie, Amnesie, Apathie

Donnerstag, 01. Dezember 2022

Nicht die Zeit heilt die Wunden des erfahrenen Corona-Unrechts, sondern dessen konsequente Aufarbeitung.

von Willy Meyer

Aller schlechten Dinge sind drei. Wir erleben nun den dritten Herbst seit Beginn jener transformativen Disruption, ausgelöst durch eine rigide Maßnahmen-Politik. Diese war durch das vorgebliche Ziel begründet, eine von einem Coronavirus verursachte weltweite Pandemie zu beherrschen. Doch nun bröckeln just diese Maßnahmen, und so mancher meint, es sei an der Zeit, zur Normalität zurückzukehren. Es wäre jedoch fatal, von der Phase des akuten Unrechts unmittelbar zum Vergessen und Verdrängen überzugehen. Notwendig ist vielmehr ein wichtiger Zwischenschritt: gründliche Aufarbeitung der Geschehnisse. Nicht nur für die Opfer stellt es eine Kränkung dar, wenn das von ihnen Durchlebte nicht gesehen wird; auch den Tätern wird durch zu rasche Rückkehr zur Normalität die Chance genommen, aus ihren Fehlern zu lernen, was eine Wiederholung derartiger Vorgänge wahrscheinlich macht. Beide Gruppen müssen einen Prozess der Rückschau und der ehrlichen Auseinandersetzung durchlaufen, damit die Gesellschaft wieder zueinanderfinden kann.

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