Gewaltfähigkeit als Voraussetzung des Gemeinwohls

4. Juli 2022

„Der Politikwissenschaftler Christian Mölling beschreibt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Internationale Politik” die staatliche Bereitschaft und Fähigkeit zum Einsatz von Gewalt als Voraussetzungen des Gemeinwohls. Das auch von den Kirchen propagierte Konzept der “Friedenspolitik” sei gescheitert, stehe der real existierenden “Welt des Unfriedens” hilflos gegenüber und habe auf die Herausforderungen der Gegenwart “keine plausiblen Antworten”.1

Das friedenspolitische Milieu wisse “sowohl über das Phänomen Krieg als auch
über Konfliktmechanismen nichts”. Es habe bei der “Einschätzung der Welt fundamental falsch gelegen” und das Geschehens nur in moralisierenden Stereotypen wahnehmen wollen. Die Dominanz dieses Milieus und seines Denkens in Deutschland habe dazu geführt, das dem Land in der gegenwärtigen Lage die Orientierung, die Worte und die Kategorien fehlten, um diese Lage zu bewältigen.2 “ (…)

Gewaltfähigkeit als Voraussetzung des Gemeinwohls

Kommentar GB:

Eine grundsätzliche Friedensorientierung der Politik scheint mir nicht nur kein Fehler – und nicht nur politisch-moralisch sehr wünschenswert – sondern auch realpolitisch sehr notwendig zu sein, weil Frieden eine Bedingung für Leben und Wohlstand ist.  Aber diese Grundorientierung darf nicht naiv moralisierend daherkommen, sondern sie muß skeptisch, wissend und realistisch sein. Eine grundsätzliche Friedensorientierung darf daher nicht naiv sein; sie darf nicht zu Wehrlosigkeit und Ohnmacht führen. Es bedarf daher eines realistischen politischen Bewußtseins, das seine grundsätzlichen Friedensorientierung mit einer angemessenen Risikopolitik verbindet, indem die Risiken einer Friedensordnung vorausschauend in den Blick genommen werden, um im Falle ihrer Realisierung vorbereitet und gewappnet zu sein.

 

 

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