Deutschland wiederholt gerade seine schlimmsten Fehler

Hans-Joachim Maaz ist Psychiater, Psychotherapeut und Autor.

Im Gespräch blickt er auf seine Kindheit in der Nachkriegszeit, seine Erfahrungen in der DDR, seine jahrzehntelange Arbeit mit Patienten und auf die eigene therapeutische Auseinandersetzung zurück. Dabei spricht er ungewöhnlich offen über seine Beziehung zu seinen Eltern, eigene narzisstische Verletzungen, seine Rolle als Vater, seine Ehe und darüber, wie er mit 83 Jahren auf das Altern und den Tod blickt. Im Zentrum des Gesprächs steht Maaz’ Frage, warum Menschen und Gesellschaften immer wieder Feindbilder entwickeln. Er erklärt sein Konzept des „Gefühlsstaus“ und beschreibt, wie unverarbeitete Ängste, Kränkungen und Aggressionen seiner Ansicht nach nach außen projiziert werden können. Von dort führt das Gespräch zu Krieg und Russland, politischer Polarisierung, Demokratie, Corona, gesellschaftlicher Ausgrenzung und seiner Kritik am westdeutschen Demokratieverständnis. Als Gegenentwurf spricht Maaz über eine „Beziehungsdemokratie“, in der Menschen einander trotz grundlegender Differenzen zuhören und die eigenen Motive und Verletzungen reflektieren. Zum Ende wird das Gespräch persönlich: Maaz spricht über Versäumnisse als Vater, die Grenzen des eigenen Lebens und die Frage, wie er einmal in Erinnerung bleiben möchte.

 

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