Alice Weidel interview | The Economist
Germany should stop financing an “already lost war” in Ukraine, says Alice Weidel.
Kommentar GB:
Es ist ja wirklich sehr auffällig, eine welch ausgeprägte und aktive bellizistische Motivation und Aktivität die letzten drei Premierminister des United Kingdom bis heute umgetrieben hat. Die Erklärung dafür liegt keineswegs auf der Hand. Einerseits gibt es die alte außenpolitische britische Tradition des Diktums des „Teile und herrsche“ bezüglich des europäischen Kontinents, die ja erkennbar von den USA fortgesetzt wird, allerdings mit unterschiedlichen Akzenten und Abstufungen. Andererseits scheinen britische rüstungswirtschaftliche Profitinteressen eine wichtige Hintergrundrolle zu spielen. Dennoch bleiben diese Antworten eher unbefriedigend – was also treibt die politisch maßgebliche britische Oberschicht bezüglich ihrer – hochriskanten – antirussischen Außenpolitik an? Die Frage bleibt wohl offen. Vielleicht ist es auch so, daß es in den USA verdeckte Kräfte gibt, die die eigentlichen Impulsgeber sind, und zwar vermittelt über die etablierten politischen Beziehungsgeflechte der Democrats (DEMS) in den USA mit NATO-Europa. Auffällig ist ja, wie energisch die EU-Kommission auf den britischen Kurs eingeschwenkt ist, ebenso – besonders eilig und ergeben – Berlin und Paris, aber auch das NATO-Kommando in Brüssel spielt eine, wenn nicht die zentrale Rolle. Wenn Generalsekretär Rutte aktuell einen kleinen Rückzieher in seiner antirussischen Rhetorik gemacht hat, dann sehr wahrscheinlich deswegen, weil von Washington offenbar ein entsprechender anweisender Hinweis ausgegangen ist. Washington will jetzt offenbar ein Ende des Ukraine-Krieges erreichen – wobei sofort Widerstand im Kongreß auffällt – müßte dazu aber die britische Regierung und die NATO in Brüssel an die ganz kurze Leine nehmen, die anderen knicken dann sowieso ein. Washington weiß, daß Russland ein europäisches Land ist, also derselben Zivilisation angehört, was für die gesamte islamische Welt nicht zutrifft. Die Rede von Rubio in Athen kann in diesem Zusammenhang kaum überbewertet werden. Dieser Erkenntnisschritt ist bei den europäischen Politikern bisher nicht eingetreten; sie starren in sozusagen halluzinatorischer Art und Weise nach Rußland, und die weibliche Führung der EU gibt dafür zusammen mit dem deutschen Kanzler wohl das beste Beispiel ab.


