Nach Sachsen-Anhalt: CDU will begriffsstutzige Wähler „emotional“ an die Hand nehmen

07. September 2026 um 14:09 Ein Artikel von: Tobias Riegel

Man würde die Bürger nicht ausreichend „emotional erreichen“ – ein Satz aus der „Wahlanalyse“ von CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann illustriert zweierlei: zum einen den Charakter der emotionalen Ablenkung der Bundesregierung von ihren bürgerfeindlichen politischen Handlungen. Zum anderen, wie sehr sich diese emotionale Meinungsmache (vorerst) abgenutzt hat. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

Nach Sachsen-Anhalt: CDU will begriffsstutzige Wähler „emotional“ an die Hand nehmen

Kommentar GB:

Wann und wo auch immer sich in parteipolitischen Blasen über Befindlichkeiten und Zuständlichkeiten des Souveräns öffentlich geäußert wird, kann man ziemlich sicher sein, daß es sich um Fehlbeurteilungen und Fehleinschätzungen handelt. Der Souverän mag allzu langsam und allzu geduldig sein oder so wahrgenommen werden, aber die Unterstellung, er sei weniger kompetent als die nur vermeintlich erleuchtete classe politique, sie ist mit Sicherheit eine narzisstisch-grandiose Selbst- und Fehlbeurteilung, die davon ablenkt, wie außergewöhnlich mittelmäßig – um es diplomatisch zu formulieren – diese classe politique hierzulande und auch in anderen europäischen Ländern tatsächlich ist. Die Einsicht in diesen Sachverhalt und und in seine fatalen wie desaströsen Folgen schreitet mittlerweile exponentiell voran, und das heißt, daß das Parteienkartell nicht mehr lange existieren dürfte: die Schwundstufen dieser Parteien sind vielerorts bereits Realität geworden. Ideologische Quatsch-Narrative sind als solche erkannt und erledigt worden, und diesem Skeptizismus gehört die Zukunft. Das mag ja schrecklich sein für all die sonderbaren bis schrulligen Rousseauisten, die samt ihrer Prophetin zurück zur Natur und damit in die gesellschaftliche Armut wollen, aber darüber geht die Gesamtentwicklung hinweg, zumal es in anderen Ländern weniger ideologichen Zirkus gibt als hierzulande bei uns. Aus dieser Perspektive werden sich die vielerlei Schräglagen in gesellschaftlichen Schüttelbewegungen selbst bereinigen und normalisieren. Das wenigstens wäre meine Hoffnung. Voraussetzung dafür ist vor allem, daß der Irrsinn eines eskalierenden Krieges in Europa doch noch – wenn auch knapp genug – vermieden werden kann. Denn nur dann können die alt gewordenen europäischen Gesellschaften ihre überfällige und dringlich nötige Renormalisierungstherapie mit der gebotenen Ausdauer fortführen. Europa, so wie es geschichtlich sich entwickelt hat, würde weiterhin bestehen, anstatt in einem dekadenten Zerfallsprozeß zu enden.

 

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