von Denis MacEoin
8. August 2019
Englischer Originaltext: Forty Years of Iranian Intolerance
Übersetzung: Daniel Heiniger
- Was, muss man fragen, hat das islamische Regime des Iran von den Christen des Landes, den Bahais, den Zoroastrern, den Sufis, den sunnitischen Muslimen oder den Juden zu befürchten? Doch ihre Behandlung dieser Minderheiten ist derart repressiv, dass es nicht unangemessen erscheint, zu fragen, ob die Kleriker Angst vor dem haben könnten, was sie als Herausforderung für ihre Fantasie von einer reinen islamischen Identität betrachten.
- Warum also diese Verfolgung? Weil sie eine Herausforderung für die radikalen Scharia-Rechtslehren des Klerus darstellen, der dem Land Ayatollah Khomeinis religio-politisches System Velayat-e Faqih (Herrschaft der theokratischen islamischen Regierung) aufzwingt.
- „Hätten sie [die Muslime] die Strafe für Abtrünnigkeit abgeschafft, gäbe es den Islam heute nicht mehr.“ – Islamischer Führer Scheich Yusuf al-Qaradawi.
- Das iranische Volk, das all die Jahre für seine Freiheit gekämpft hat, verdient unsere sofortige Hilfe.“
- (…)
„Das Regime, das heute den Iran regiert, wurde nach einer Revolution Anfang 1979 eingerichtet und ist seit vierzig Jahren an der Macht. Es wird niemandem entgangen sein, dass die Beziehungen zwischen dem Iran und dem Westen, insbesondere den Vereinigten Staaten, nie gesund waren und sich in den letzten Monaten weiter verschlechtert haben.
Die Vereinigten Staaten haben immer härtere Sanktionen gegen ihren klerikalen Gegner verhängt, darunter auch gegen den Obersten Führer des Iran (Rahbar-e A’zam), den alternden, aber immer noch mächtigen Hardliner Ayatollah Ali Khamenei. Diese Sanktionen sind aus mehreren Gründen gerechtfertigt: Das massive Engagement des Iran in Nahostkonflikten außerhalb seiner Grenzen (z.B. in Syrien, Jemen, Irak, Libanon, Venezuela und im Gazastreifen); seine finanzielle, moralische und physische Unterstützung für große terroristische Organisationen wie Hisbollah, Hamas und den palästinensischen islamischen Dschihad; seine Finanzierung und Bewaffnung des eigenen Islamischen Revolutionswächtercorps (Islamic Revolutionary Guard Corps, IRGC), das heute von den USA als terroristische Einheit bezeichnet wird; seine Hinrichtung von Dissidenten, Homosexuellen, religiösen Minderheiten und anderen, wodurch es für mehr als die Hälfte aller bekannten Hinrichtungen weltweit verantwortlich ist; die Durchsetzung strenger Codes für Bescheidenheit bei Frauen, die aus dem einfachen Grund verhaftet werden können, weil sie einen Hijab schlecht oder gar nicht getragen haben – eine Politik, die 2016 und 2019 durch die Rekrutierung von Tausenden von Moralpolizisten verstärkt wurde; seine Massenverhaftungen, Inhaftierungen und Morde an Dissidenten, Menschenrechtsaktivisten, religiösen Minderheiten und anderen, ohne oder mit wenig Beweisen und ohne Zugang zu anwaltlicher Verteidigung, und seine Ablehnung diplomatischer Bemühungen um die Freilassung der unschuldigen britisch-iranischen Frau Nazanin Zaghari-Ratcliffe, weil sich seine Regierung weigert, den internationalen Standard der doppelten Staatsbürgerschaft anzuerkennen.
Es geht auch um den unermüdlichen Hass des Iran auf Israel, ein Land, mit dem er nicht einmal eine Grenze teilt, und der sich in regelmäßigen Gesängen von marg bar Isra’il, „Tod für Israel“ bei Demonstrationen oder nach Moscheepredigten und in dem Bestreben ausdrückt, „Israel von der Landkarte zu tilgen„. Neben all dem ist das auch sein tiefer Antisemitismus, sein illegaler Waffenschmuggel an Terroristen und seine aktuellen Angriffe auf die Schifffahrt im Golf.
Selbst einige wenige von so vielen Verstößen im In- und Ausland würden mehr als ausreichen, um jedes Land zum Paria-Staat zu machen. Die klerikalen Herrscher des Iran und ihre vielen Gefolgsleute sind jedoch recht eigentlich stolz auf ihre langjährige Weigerung, sich den säkularen demokratischen Staaten des Westens anzuschließen. Das war schließlich der Zweck ihrer Revolution. Der Ayatollah Ruhollah Khomeini und andere führende Revolutionäre wurden stark vom Schriftsteller, Ethnographen und Kulturkommentator Jalalal Al-e Ahmad (geb. 1969) beeinflusst.“ (…)
https://de.gatestoneinstitute.org/14682/iran-intoleranz


