Militärschläge gegen den Iran und deutsche Verwirrung

02. 03. 2026  Hartmut Krauss

Die US-amerikanischen und israelischen Militärschläge gegen das schiitisch-islamische Terrorregime des Iran haben einen bemerkenswerten Nebeneffekt – nämlich den einer ansatzweisen Klärung der tatsächlichen politisch-ideologischen Frontverläufe im Inneren.

Offene Kumpanei mit den iranischen Staatsterroristen unter dem Deckmantel eines dogmatisch-realitätsblinden Pazifismus war von Teile der Linken, den Grünen sowie dem BSW zu erwarten. (Manche von denen sehen im Iran primär den Drohnenlieferanten für Russland.)

Gewundene Bedenkenträgereien gegenüber „harter Kante“ gegen ein „islamisches Land“ bzw. einen „islamischen Handelspartner“, dessen totalitär-menschenfeindliches Wesen man gerne verdrängt, liegt darüber hinaus generell in der DNA der spätkapitalistischen „Altparteien“ (CDU/CSU, SPD), die fälschlicherweise (siehe Merz) immer noch halluzinieren, man könne mit den großen Hunden pinkeln.

Besonders ins Auge fällt aber Folgendes:

„Nach Sturz Chameneis / Die AfD-Führung versagt in einer historischen Stunde

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2026/die-afd-fuehrung-versagt-in-einer-historischen-stunde/

Ausgerechnet vor einem möglichen Sturz des islamistischen Regimes im Iran agiert die AfD an der Stimmung vorbei. Damit verspielt sie nicht nur ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch Sympathien in der Diaspora. Ein Gastbeitrag.

Collin McMahon #JungeFreiheit 1. 3. 26

Am 28. Dezember vergangenen Jahres begannen die Markthändler in Teheran zu demonstrieren. Wochen später schlug das Regime die landesweiten Proteste blutig nieder, schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Iraner starben. Donald Trump hatte zuvor die Iraner zum Protest aufgerufen und ihnen Hilfe versprochen. Seitdem blicken ich und alle proiranisch eingestellten Menschen jede Nacht und jeden Morgen auf ihr Handy, um zu sehen, ob es endlich passiert ist.

Nun, am Morgen des 28. Februar, um 08.15 Uhr, ist es endlich passiert. Ein geheimdienstlich genialer Präzisionsschlag auf ein Treffen der obersten iranischen Führung und die Villa des Obersten Führers Ali Chamenei hat das Regime enthauptet (JF berichtete). In der Nacht gingen patriotische Menschen im Iran und auf der ganzen Welt auf die Straßen, um den Tod des grausamen Diktators zu feiern.

Nur die AfD mag daran keine Freude haben. „Mit großer Sorge haben wir die Angriffe Israels und der USA auf den Iran zur Kenntnis genommen“, schrieben die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla auf X. „Wir fordern alle Kriegsparteien zur unbedingten Zurückhaltung auf. Die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur müssen geschützt bleiben. Das Völkerrecht sowie das humanitäre Völkerrecht müssen uneingeschränkt eingehalten werden. Die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liegt nicht im deutschen Interesse und muss beendet werden.

“Nach außen wirkt die Partei wie Putins Außenstelle

Hat ihnen niemand erklärt, daß die Destabilisierung des Nahen Ostens fast fünf Jahrzehnte lang die Politik des Regimes war? Wo waren die Aufrufe, die Zivilbevölkerung zu schützen, als das Regime Anfang Januar seinen Scharfschützen auf den Dächern und Maschinengewehrschützen auf Pickups den Schießbefehl gab? Und woher plötzlich die große Sorge der Partei, die sich als Bollwerk gegen den Islamismus versteht, für das blutigste und gefährlichste Islamisten-Regime der Welt?

Warum einem solchen Regime in ihren letzten Tagen noch beistehen, und der CDU von Friedrich Merz die Lorbeeren überlassen? Warum macht sich der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Markus Frohnmaier, die Mühe, diese Woche mitten im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg nach Washington zu reisen? Vor allem, wenn man den Amerikanern gleichzeitig mit Karacho demonstriert, kein verläßlicher Partner zu sein?

Ich weiß von meinen Kontakten in Washington, daß sich kein respektabler Politiker unter den Republikanern mit einer AfD treffen wird, die sich wie eine Außenstelle Wladimir Putins geriert. Ein anderer Grund, dem Mullah-Regime beizustehen sowie Donald Trump und Benjamin Netanjahu in den Arm zu fallen, fällt mir beileibe nicht ein.

Collin McMahon ist ein freier Journalist und Autor von fünf Büchern, darunter „Trump gegen den Deep State“, „Eroberung“ mit Irfan Peci und jüngst „Die Akte Epstein“.!

Siehe auch:

https://apollo-news.net/baerbock-und-afd-im-gleichklang-deeskalationsappelle-nach-militrschlag-gegen-iran/

https://journalistenwatch.com/2026/03/02/verraet-die-afd-deutsche-interessen/

Grundsätzlich zur AfD:

AfD, nationalistischer Kulturrelativismus und „Islampolitik“

https://gam-online.de/text-AfD%20Kulturrelativismus.html  

Kommentar GB:

Es gibt aus deutscher und europäischer Sicht allerdings ein Argument, das hier unberücksichtigt geblieben ist. Und das hat nichts mit dem schiitischen Mullah-Regime oder dessen Beurteilung zu tun, sondern mit der Berücksichtigung der globalen Konfliktlage, und in diesem Zusammenhang mit dem Risiko einer Konflikt- und Kriegseskalation, das ebenso im Ukraine-Krieg enthalten ist. Auch wer sich den Sturz des derzeitigen Regimes im Iran wünschen mag, sollte die damit verbundenen Eskalationsrisiken, insbesondere im Hinblick auf Rußland – und vor allem China, nicht unbeachtet lassen. Bestenfalls gelingt eine Beschränkung des Krieges auf die Region und zugleich ein politischer Neuanfang im Iran. Sclimmstenfalls, wenn z.B. China auf die Blockade seiner Ölversorgung poliitisch oder militärisch reagieren sollte,  entfaltet sich, so ist zu befürchten, eine Eskalationslogik, die vermutlich sehr wenig Begeisterung auslösen dürfte.

 

 

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