Februar 15, 2026 by Michael Klein
„Wachen Sie auch zuweilen mit einem Gedanken auf, der Sie bestimmte Dinge vollkommen anders sehen lässt, die Überlegung nach sich zieht, warum man bestimmte Dinge nicht schon die ganze Zeit über so gesehen hat. Mir ist das u.a. heute so ergangen. Vielleicht eine der Fragen, die wir uns am häufigsten stellen, über die wir in der Redaktion am häufigsten diskutieren, betrifft den Status Quo: Wie konnten westliche Gesellschaften in den degenerativen Zustand geraten, zu den totalitären Staaten degenerieren, zu denen sie geworden sind? Wenn wir diese Frage diskutieren, dann kommen wir oft beim politischen Personal und dem politischen Auswahlprozess an, der derzeit sicher zu stellen scheint, dass die dazu am wenigsten geeigneten Personen in politische Funktionen gelangen.“ (…)
Kommentar GB:
Mit Ausnahme von Ungarn, der Slowakei, der Tschechei, sowie von Italien sind alle Regierungen Europas nach wie vor und mehr oder weniger deutlicher ausgeprägt an der politischen Linie der Democrats/USA orientiert, was sich unter Clinton und Obama offenbar strukturell, finanziell und ideologisch verfestigt hat; und die Mainstream-Presse etc. ist sowieso wenig mehr als ein Propagandaapparat für diese eine spezielle politische Linie, der sie derart verhaftet ist, daß sie in der Regel lediglich deren Einseitigkeiten dogmatisch abspult.
Es ist auffällig, daß sich das politische Zentrum der DEMS-Leute nach ihrer Wahlniederlage in den USA offenbar nach London verlagert hat, wo sich der britische Premier mit der City of London und mit einem folgebereiten deutschen Kanzler samt EU-Kommission und dem französischen Präsidenten sowie einer Peripherie kleinerer europäischer Regierungen offenbar zutraut, der republikanisch inspirierten Politik Washingtons unter Donald Trump ein Gegengewicht zu sein, und das nun angesichts schwerster innenpolitischer Probleme in den drei Ländern und in deren Peripherie ebenso. Sie hätten sämtlich mehr als genug damit zu tun, diese offenen Baustellen zu bearbeiten, anstatt Geopolitik und Geostrategie zu betreiben, hier gegen Rußland, über deren Sinnhaftigkeit sie überdies offenkundig keinerlei Klarheit haben. Daher ist es nicht verwunderlich, daß Washington (M. Rubio) darauf diplomatisch mit einem Kopfschütteln und einigen Hinweisen zur Korrektur reagiert, wie die Münchner Sicherheitskonferenz gezeigt hat.
London, Paris und Berlin mit Brüssel wirken m.E. deshalb alle völlig überfordert, weil sie tatsächlich überfordert sind.
Sie sind offensichtlich bisher nicht in der Lage, sich politisch-konstruktiv auf den geopolitischen Wandel hin zu einer multipolaren Weltordnung einzustellen, was in anderen Weltteilen, etwa so unbedeutenden Ländern wie China oder Indien Verwunderung auslöst, und sie unterliegen bezüglich der eurasischen Perspektive speziell im Hinblick auf Rußland einem schwerwiegenden Irrtum zum eigenen Schaden, während sie zugleich vom bisher gewohnten Transatlantismus nicht mehr getragen werden, weil die speziellen Beziehungen zu den USA ihrerseits nicht mehr so funktionieren wie bisher.
Es wäre dringlich, wieder auf die Höhe der Probleme unserer Zeit zu kommen, aber wem ist eine solche Anstrengung und Leistung denn zuzutrauen? Wem?



