Ein neues strategisches Ethos für Europa

10. März 2022

Der Historiker Luuk van Middelaar schreibt in einem heute auf “Spiegel Online” veröffentlichten Aufsatz, dass Europa ein realistischeres Ethos brauche, um seine neue Lage bewältigen zu können. Die existierende strategische Kultur sei den neuen Herausforderungen und den mit ihnen verbundenen existenziellen Risiken nicht gewachsen.

„Einen „kühlen Kopf zu bewahren“ sei „jetzt eine Frage von Leben und Tod“. Es gebe derzeit zu viel „Twitter-Triumphalismus“ und zu wenig „strategische Ruhe“. In der gegenwärtigen Lage müsse die „Abwendung der Gefahr eines Atomkriegs“ höchste Priorität haben. Dies hätten jene Akteure nicht verstanden, die “fahrlässig” handelten, wenn sie ein direktes militärisches Eingreifen in der Ukraine oder deren Aufnahme in die Europäische Union oder die NATO forderten und dadurch eine „geopolitische rote Linie“ überschritten. Dadurch würde „ein Atomkrieg […] zumindest riskiert“. Es sei zudem unklug, den „geopolitischen Gegner“ Russland im Streben nach einer utopischen „Zukunft des universellen Friedens“ als „den leibhaftigen Teufel zu sehen“.
Europa müsse sich von seiner “strategischen Sorglosigkeit” befreien und sich ein neues Denken in Begriffen von Macht, Interesse und Identität aneignen. Die EU sei einst gegründet worden, “um Machtpolitik zu überwinden, Grenzen und Mauern niederzureißen und nationale Rivalitäten zu entschärfen”. Dieses Denken tauge nicht mehr für die neue Lage.“ (…)

https://renovatio.org/2022/03/ein-neues-ethos-fuer-europa/?utm_source=mailpoet&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter-post-title_1

und

https://heinztheisen.de/paper/alternativen-fur-europa

https://renovatio.org/tag/heinz-theisen/

 

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