Die andere Seite der Wahrheit

Samstag, 12. März 2022

Ohne den Völkerrechtsbruch des US-Präsidenten Obama vor acht Jahren hätte es die illegale Militärinvasion Putins vermutlich nicht gegeben.

von Daniele Ganser

Am 24. Februar 2022 gab Russlands Präsident Wladimir Putin seiner Armee den Befehl, in die Ukraine einzumarschieren — ein Verstoß gegen das UNO-Gewaltverbot und daher illegal. Fast genau acht Jahre zuvor, am 20. Februar 2014, ließ US-Präsident Barack Obama die Regierung in der Ukraine stürzen, um das Land in die NATO zu ziehen. Dieser Putsch ist die Wurzel des Ukrainekrieges. Gleich wie die Invasion von Putin war auch Obamas Verhalten ein Verstoß gegen das UNO-Gewaltverbot und daher illegal. Es wird Zeit, sich nicht länger mit Halbwahrheiten der einen oder der anderen Seite zufriedenzugeben und die Geschichte des Konflikts vollständig und ausgeglichen zu erzählen.

Wir hören nur die halbe Geschichte

„Derzeit liest und hört man in den Medien viel über die Invasion von Putin, die zu Recht kritisiert wird. Aber man liest und hört praktisch gar nichts über den Putsch von Obama. Warum wird uns nur die halbe Geschichte erzählt?

Haben die USA wirklich die Regierung in der Ukraine gestürzt? Warum hat das damals fast niemand bemerkt? Und welche historischen Belege gibt es dafür? Solche und ähnliche Fragen erhalte ich derzeit oft.

Als Historiker und Friedensforscher habe ich seit Jahren zu den offenen und verdeckten Kriegen der USA geforscht und in meinem Buch „Illegale Kriege“ auch den Putsch in der Ukraine beschrieben. „Es war ein vom Westen gesponserter Putsch, es gibt kaum Zweifel daran“, erkannte schon der frühere CIA-Mitarbeiter Ray McGovern (1).

In Berlin habe ich ein Jahr nach dem Putsch am 10. Mai 2015 einen Vortrag über die Ereignisse in der Ukraine gehalten und dort gezeigt, dass Präsident Obama tatsächlich die Regierung in der Ukraine gestürzt hat. Wer möchte, kann sich den Vortrag hier ansehen (2).“ (…)

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und

Freitag, 11. März 2022

Geopolitischer Schock

Entgegen den Erwartungen vieler hat Russland nun das Völkerrecht gebrochen — das Chaos in Europa ist für die USA vorteilhaft.

von Kai Ehlers

Manche hielten es für ausgeschlossen, andere wiederum rechneten seit Jahren damit: der Einmarsch Russlands in die Ukraine. Nun ist es so weit gekommen, und die Welt steht auf dem Kopf. Jene, die ein solches Vorgehen Russlands ausschlossen haben, reiben sich nun verwundert die Augen, und der Westen feixt selbstgerecht. Angesichts des Völkerrechtsbruchs Russlands suhlt sich der Westen in einem ausufernden Moralismus, der letztlich eine unbeschreibliche Doppelmoral darstellt. Denn das, was Russland derzeit in der Ukraine verbricht, macht der Westen seit Jahrzehnten mit einer stoischen Selbstverständlichkeit. Nun blickt die Welt auf einen Flächenbrand im Herzland, welcher vor dem Hintergrund des westlichen Sanktionsregimes rasch weltweite Dimensionen annehmen könnte. Wird Russland vom Westen, oder zumindest von Europa, abgenabelt, könnte dies zu einem Näherzusammenrücken der nichtwestlichen Allianzen führen. Gleichzeitig profitieren aber auch die USA von einer gespaltenen eurasischen Platte.

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Donnerstag, 10. März 2022

Raubvogel als Friedenstaube

Europa hat eine eigenartige Vorstellung von „Frieden“ — Waffen liefern, Sanktionen verschärfen, Feindbilder vertiefen.
von Hannes Hofbauer

Am 24. Februar 2022 beschloss die Führung in Moskau, einen lokal begrenzten Bürgerkrieg zu einem internationalen Konflikt auszuweiten. Der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine war völkerrechtswidrig und zugleich der Todesstoß für das Minsker Abkommen von 2015, dem letzten Ansatz einer friedlichen Lösung im Kampf um den Donbass. Washington, Brüssel und Berlin beantworteten den russischen Kriegsgang mit Kriegseuphorie, gerade so, als hätten sie darauf gewartet. Binnen weniger Tage öffneten sich die Waffenlager in einem Dutzend EU-europäischer Staaten, und die EU-Außenminister machten unionsweit 450 Millionen Euro locker, um damit Kriegsgerät an die Ukraine liefern zu können. Der Fonds, aus dem dieses Geld stammt, wird euphemistisch „Europäische Friedensfazilität“ genannt.

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und

Donnerstag, 10. März 2022

Schuldenschnitt durch Krieg

Ein Krieg auf der eurasischen Platte würde den USA ökonomisch helfen und zugleich die Konkurrenz ausschalten — das Geschehen in der Ukraine kann auch so erklärt werden.

von Christian Kreiß

Die weltweiten Schulden sind höher als je zuvor. Die führenden Notenbanken der Industrieländer haben so viel frisches Geld gedruckt wie noch nie. Während Corona wurden ungeheuer viele Schecks auf die Zukunft ausgestellt, die unmöglich jemals eingelöst werden können. In irgendeiner Form muss also ein Geld- und Schuldenschnitt kommen. Wird ein großer Ukrainekrieg von einflussreichen Kräften als Lösung für unsere Finanzprobleme betrachtet?

https://www.rubikon.news/artikel/schuldenschnitt-durch-krieg

„Quellen und Anmerkungen:

(1) Christian Kreiß: Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft, tredition 2019, https://menschengerechtewirtschaft.de/wp-content/uploads/2020/07/Buch-Mephisto-30.4.20-mit-Bild-1.pdf, Seite 60 und folgende.
(2) Vergleiche Christian Kreiß: Profitwahn, Marburg 2013, Tectum, Seite 89 und folgende.“

(…)

Kommentar GB:

Lesenswert und interessant.

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