Östrogen – ganz sicher das seltsamste und rätselhafteste Hormon der Welt. Während Radikal-Genderisten in Abrede stellen, dass das gesellschaftliche Beziehungsgefüge der Geschlechter überhaupt irgendetwas mit biologischen, also auch hormonellen, Grundlagen zu tun hat, machen ihre ideologischen Artverwandten, die Kritiker der angeblichen Herrschaft des Mannes über die Frau, die ebenso angebliche soziopathische Reaktion des Mannes auf das Hormon Östrogen zum Angelpunkt des gender-feministischen Befreiungskampfes.
Meinungvon Christian Zeitz
07.01.2022
(…) „Die Gender-„Theorie“ hat zahlreiche Konsequenzen von großer Tragweite. Dies zeigt sich im Zu-Ende-Denken des perspektivischen Endpunktes genderistischer Visionen. Die Auflösung der Mann-Frau-Dualität in einer multipolaren Geschlechterordnung verbindet den Anspruch auf radikale Autonomie des Individuums mit dem alten sozialistischen Ideal der Gleichheit. Diese Vision ist der innerste Kern des Kultursozialismus. Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts greift tief in die Naturgeschichte des Menschen selbst ein. Er ist das Konzept einer „anthropologische Revolution“ – einer Empörung gegen die Normalität der Schöpfung, gegen die Komplementarität der Geschlechter, gegen die aus Mann, Frau und Kindern geformte Familie und gegen die Einbettung der Menschnatur in eine entlang tradierter Werte gewachsene Kulturordnung.
Als Mutter und Zentralfigur der modernen „Gender-Theorie“ gilt die amerikanische Sprachwissenschaftlerin Judith Butler (geb. 1956). Butler lehnt nicht nur die Begriffe „männlich“ und „weiblich“ als Kategorisierungen zweier bestehender Geschlechter ab, sondern bestreitet die Bedeutung des biologischen Geschlechts grundsätzlich. „Anatomie ist kein Schicksal.“ Die Körper selbst seien kulturabhängig und entstünden in ihrer jeweiligen Ausformung als Interpretationen diskursiver Kommunikation. Butler ist die Hauptinitiatorin der „Queer-Theorie“, die sich als Frontalangriff auf die sturmreif geschossenen Reste der „bürgerlichen Gesellschaft“ begreift. Als deren Prägematrix wird das Syndrom aus kapitalistischer, rassistischer und sexistischer Repression betrachtet, das mit dem Schlagwort der „Zwangsheteronormativität“ belegt wird.“ (…)
https://www.tagesstimme.com/2022/01/07/oestrogen-me-too-und-das-maerchen-vom-froschkoenig
Kommentar GB:
Ein ausführlicher, sehr interessanter Artikel, sehr zu empfehlen! Hierzu paßt:
https://www.weltwoche.de/beitrag/in-recklinghausen-verbietet-ein-richter-einem-buergern-seinen-nachbarn-ruediger-zu-nennen-weil-die-person-eine-personenstandsaenderung-erwirkt-hat/


