Wer nicht rechtsextremistisch ist, muss keineswegs demokratisch eingestellt sein

Die neue «Leipziger Autoritarismus-Studie» wirft ein paar kritische Fragen auf. Die darin vertretene Kernthese vom Rechtsextremismus in der «Mitte der Gesellschaft» lasse sich empirisch keineswegs erhärten, meint der Extremismusforscher Eckhard Jesse.
Eckhard Jesse 18.1.2019
Der Verfasser, emeritierter Professor an der TU Chemnitz, ist Extremismusforscher und Mitherausgeber des Jahrbuchs «Extremismus & Demokratie».


https://www.nzz.ch/feuilleton/wer-nicht-rechtsextremistisch-ist-muss-keineswegs-demokratisch-eingestellt-sein-ld.1451398
Kommentar GB:
Der Autor zieht folgendes Fazit über diese von den Grünen und der SPD in Auftrag gegebenen Studie:

(…) „Wer allerdings das Kind mit dem Bade ausschüttet, überall Rechtsextremismus wittert, «die Mitte» als Wurzel allen Übels ansieht, schwächt die Glaubwürdigkeit des eigenen Standpunkts. So gilt auf einmal «die Mitte» als Wurzel allen Übels. Die Studien der Leipziger Forscher sind dafür ein Exempel.

Von ganz anderem Kaliber ist die ebenfalls im November 2018 erschienene empirische Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Hochschule für Soziale Arbeit Freiburg zur Verbreitung extremistischer Einstellungen und Verhaltensweisen unter Schweizer Jugendlichen von 17 bis 18 Jahren. Die Autoren beziehen Rechtsextremismus, Linksextremismus und islamistischen Fundamentalismus ein, sorgen so für genauere Trennschärfe.“ (…)

Hier wäre in methodischer Hinsicht etwas zu lernen. Denkbar wäre es, dieses schweizerische Untersuchungsdesign so oder in ähnlicher Form hierzulande anzuwenden.
Zur Kritik an dieser Art von Auftragsstudien siehe:
http://www.gam-online.de/text-Rechtsextremismusforschung.html
 

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