26.08.2018
“In der Optik der AfD und rechtskonservativer Presseorgane wird das heutige Deutschland von linken „Achtundsechzigern“ oder in deren Geist beherrscht. Diese Betrachtung findet ihren halbwahren Kern darin, dass sie die soziokulturelle Dimension in den Mittelpunkt rückt”, meint Peter Brandt.
Peter Brandt
Professor Dr. Peter Brandt leitete bis 2014 den Arbeitsbereich Neuere Deutsche und Europäische Geschichte der Fernuniversität Hagen und ist Direktor des interdisziplinären Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften. Peter Brandt hat 1973 an der Freien Universität Berlin mit einer Dissertation über die Rekonstruktion der deutschen Arbeiterbewegung 1945/46 promoviert und sich 1988 an der Technischen Universität Berlin habilitiert. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Werke zur neueren deutschen Geschichte und Mitglied des Vorstandes der Friedrich-Ebert-Stiftung.
https://www.theeuropean.de/peter-brandt/14561-wir-brauchen-eine-linke-oekumene
Kommentar GB:
Die intellektuelle Schwäche der Linken (im weitesten Sinne) beruht auf ihrer Transformation durch den Postmodernismus. Dadurch wird heute eine Analyse auf der Höhe der Zeit verstellt. Und dieser Mangel ist Grund für Fehlurteile und Fehlhandlungen in der Politik und in den Medien. Eine Änderung auf intellektueller Ebene ist wegen der Fixierung auf verschiedene Ideologien (s. u.) nicht mehr zu erwarten. Und daher spricht so gut wie nichts dafür, daß die postmoderne Pseudolinke ihren weiteren Niedergang wird aufhalten können. Das Realitätsprinzip setzt sich durch. Die Frage hierbei ist nur, ob das noch rechtzeitig geschieht, also solange irreversible Folgeschäden noch rückgängig gemacht werden können. Teilweise dürfte dieser Punkt bereits überschritten sein. Leider.


