Der am 3. Juli 2018 in Nantes von einem Polizisten erschossene mehrfach vorbestrafte Muslim hieß Aboubakar Fofana. Der Polizist, der zunächst behauptete, in Notwehr geschossen zu haben, gesteht, es „sei ein Versehen gewesen, das er zutiefst bedaure“. Nun sitzt er in Untersuchungshaft wegen „beabsichtigter Gewaltanwendung, die den unbeabsichtigten Tod durch eine öffentliche Autorität besitzende Person zur Folge hatte.“
Beim Namen Fofana schrillen alle Alarmglocken! Des Namensvetters des Bandenführers Youssouf Fofana wird in ganz Frankreich mit Trauermärschen und Krawallen gedacht.
Eine vergleichbare Reaktion auf den Mord an dem jungen Juden Ilan Halimi, am 13. Februar 2006, nach 24 Tagen schlimmster Folter, ist mir nicht in Erinnerung. Im Gegenteil, er wird von Politik und Medien heruntergespielt!
Während der ersten Wochen nach dem Mord an dem am 21. Januar 2006 von der Bande des Youssouf Fofana entführten und bis zu seinem Tod, am 13. Februar 2006, gefolterten 23-jährigen Juden Ilan Halimi bemühen sich die französischen Medien mit viel Aufwand, die judenfeindliche Motivation dieses Verbrechens zu leugnen, zu verdrängen oder zumindest als sekundär abzutun, wobei die linken Medien sich besonders hervortun.
Gleich drei Journalisten der Libération sinnieren in einem Artikel über den schwachen Charakter der Entführer, und den Zeugenaussagen anderer Jugendlicher aus Bagneux, wo Youssouf Fofana und die „Bande der Barbaren“ aktiv sind, entnehmen sie, daß kein Element der Aussagen auf religiöse oder politische Indoktrination der Bandenmitglieder hindeute. Für einen bewaffneten Raubüberfall sei der bis dahin unauffällige Youssouf Fofana für drei oder vier Jahre ins Gefängnis gegangen, aus dem er vollständig verändert entlassen worden sei.
Nicolas Sarkozy, zu der Zeit Innenminister, meint, es handele sich um ein Gemisch von Rassismus und Antisemitismus, „Antisémitisme par amalgame“. Der Jude sei entführt worden, weil man annehme, Juden hätten Geld, wenn nicht die Familie des Entführten, so doch die jüdische Gemeinde. Woher der Rassismus kommen soll, wird nicht klar, es sei denn, der Innenminister behaupte damit Rassismus von Schwarzen und Farbigen den Weißen gegenüber. Die Täter stammen ab von Einwanderern aus der Elfenbeinküste, aus Ägypten, den Komoren und anderen islamischen Ländern, Jérôme ist franco-portugiesischer Abstammung. Er steigt aus dem Projekt der Bande am 27. Januar 2006 aus und meint anderen Jugendlichen gegenüber, er sei in Panik, weil Ilan im Sterben liege – am 27. Januar! Die Bewohner des Quartiers, jung und alt, sind auf dem laufenden, sagen nichts, hören nichts, sehen nichts.
http://eussner-archiv.blogspot.com/2018/07/ilan-halimi-proze-gegen-youssouf-fofana.html
Kommentar GB:
Es handelt sich bei diesem Beitrag von Dr. Gudrun Eussner um ausführliche Hintergrundinformationen zu den aufstandsähnlichen Vorgängen in Nantes:
Nantes: Schwere Krawalle nach Tötung von 22-Jährigem durch Polizei




